Als die Steine mich fanden
Manche Wege beginnen nicht mit einer Entscheidung, sondern mit einem Ruf.
Meiner begann 2022, nach dem Tod meiner Großmutter.
Ich konnte mich damals nicht verabschieden. Ich war krank, körperlich nicht in der Lage, zur Beerdigung zu gehen.
Als ich wieder genesen war, spürte ich, dass ich noch einmal zu ihr fahren musste. Nicht aus Pflicht, sondern aus Verbindung.
Gemeinsam mit meinen Kindern ging ich durch ihr Haus. Wir öffneten Türen, durchstreiften Räume, berührten Erinnerungen.
Sie durfte uns begleiten, während wir uns Dinge aussuchten, die bleiben sollten.
Im Schlafzimmer entdeckte ich spirituelle Bücher. Eines davon war ein Orakelbuch.
Ich schlug es zufällig auf – und dort stand: Steinorakel.
Ich verstand nichts, aber mein Körper wurde still. Diese besondere Stille, die entsteht, wenn etwas Größeres den Raum betritt.
Ich ging hinaus auf die Terrasse. Dort stand eine Schale mit Steinen, gesammelt von meiner Großmutter über viele Jahre.
Ich nahm mir einen einzigen Stein – und genau in diesem Moment landete ein Pfau auf dem Dach.
Mitten in einem Wohngebiet. Ruhig. Wach. Unübersehbar.
Ich wusste nur eines: Das ist eine Botschaft. Auch wenn ich sie noch nicht verstehen konnte.
Ich nahm den Stein mit.
Und etwas in mir begann sich zu bewegen.






